Antrag / Anfrage / Rede
Energiewende und Stromversorgung in der Region Stuttgart Antrag der CDU/ÖDP-Fraktion vom 08.10.2025
Geschäftsstelle und WRS erarbeiten eine Übersicht, aus der hervorgeht, wie die Region Stuttgart mit Energieressourcen versorgt ist und was es bedarf, um die Versorgungssicherheit langfristig sicherzustellen.
Antrag:
Geschäftsstelle und WRS erarbeiten eine Übersicht, aus der hervorgeht, wie die Region Stuttgart mit Energieressourcen versorgt ist und was es bedarf, um die Versorgungssicherheit langfristig sicherzustellen.
Begründung:
Die Energieversorgung der Region Stuttgart ist ein Grundpfeiler für Wirtschaft, Bevölkerung, Mobilität und Klimaschutz. Ohne eine zuverlässige, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung wären Produktion, Alltag und die Energiewende gefährdet.
Die Region ist ein führendes Zentrum der Automobil- und Maschinenbauindustrie. Die Unternehmen benötigen eine zuverlässige und stabile Energieversorgung, um Produktion, Forschung und Digitalisierung sicherzustellen. Planbare und bezahlbare Energiepreise sind entscheidend, damit Unternehmen ihre Produkte global wettbewerbsfähig herstellen können.
Rund 2,8 Millionen Menschen in der Region benötigen Strom und Wärme für Heizung, Kühlung, Kochen, Beleuchtung und digitale Anwendungen. Öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Kindertagesstätten sind auf eine unterbrechungsfreie Energieversorgung angewiesen.
Zur Umsetzung der Energiewende entsteht ein verstärkter Bedarf an Elektrizität für die E-Mobilität (Busse, Bahnen und private E-Autos). Ladeinfrastruktur erfordert stabile Stromnetze und ausreichend Kapazität. S-Bahn, Stadtbahn und Regionalzüge hängen vollständig von einer sicheren Stromversorgung ab.
Mit der Ausweisung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen und Freiflächenphtovoltaik wird der Ausbau erneuerbarer Energien massiv vorangetrieben, damit CO₂-Emissionen reduziert werden. Allerdings fehlt es an einer Einschätzung dazu, ob diese Aktivitäten ausreichend sind, um die künftigen Bedarfe decken zu können und insbesondere, ob es genügend Speichermedien gibt, um schwankende erneuerbare Energiequellen auszugleichen.
Darüber hinaus nehmen Meldungen zu, dass im Zuge des Klimawandels in verschiedenen deutschen Regionen sowie in Europa insgesamt die Grundwasserspiegel sinken und die Versorgung mit Wasser bzw. Trinkwasser knapp wird. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Versorgung der Bevölkerung, auch verschiedene Industriezweige sind auf eine stabile Versorgung mit Wasser angewiesen.
Angesichts von Naturkatastrophen, Hackerangriffen oder geopolitischen Krisen sind Energieflüsse massiv gefährdet. Wir benötigen eine Einschätzung dazu, wie resilient die Region in dieser Hinsicht aufgestellt ist und inwieweit die Resilienz ggf. verbessert werden kann
Bearbeitung:
Der Antrag wird am 7. Oktober 2026 im Ausschuss für Wirtschaft, Infrastruktur und Verwaltung des Verbands Region Stuttgart behandelt, und zwar in öffentlicher Sitzung unter Tagesordnungspunkt 2. Er wird dabei nicht isoliert behandelt, sondern gemeinsam mit dem Antrag der Freien Wähler und dem Antrag von Linke.Piraten.SÖS zur „Regionalen Energieinfrastrukturstrategie 2040“
Beschlussvorlage:
Die Verwaltung greift das Anliegen im Wesentlichen auf. Geplant ist eine Studie zur Energieinfrastruktur und Versorgungssicherheit der Region Stuttgart. Sie soll unter anderem untersuchen, welche Energieressourcen der Region zur Verfügung stehen, einschließlich Importen, wie die Versorgung mittel- und langfristig gesichert werden kann und wie eine bezahlbare sowie nachhaltige Energieversorgung erreicht werden kann. Dabei sollen auch Stromnetze, Speicher, Elektrifizierung von Wärme und anderen Sektoren, Wasserstoff sowie Flächenkonflikte etwa für Umspannwerke oder Stromleitungen berücksichtigt werden. Dafür sind bis zu 150.000 Euro vorgesehen.
Die Verwaltung will ausdrücklich keine reine Energiestudie, sondern eine strategische „regionale Energieinfrastruktur- und Versorgungssicherheitsanalyse“ ausschreiben. Untersucht werden sollen besonders die Zusammenhänge zwischen Energieversorgung, Flächenplanung, Wirtschafts- und Standortentwicklung, Industrietransformation, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit. Auch Szenarien für die zukünftige Entwicklung sind vorgesehen.
Der Beschlussvorschlag lautet deshalb, den bislang bestehenden Sperrvermerk für die 150.000 Euro aufzuheben und die Verwaltung zur Durchführung des Vergabeverfahrens zu ermächtigen.
Die Ergebnisse der Studie sollen bis zur Sommerpause 2027 präsentiert werden. Erst mit der Präsentation der Ergebnisse soll der CDU/ÖDP-Antrag als erledigt gelten.
